„Know your value! Starke Mädchen, selbstbestimmte Frauen, faire Beziehungen“
Ein Projekt des Vereins Arbeitskreis Emanzipation und Partnerschaft zum Thema Mental Load im Jahr 2026
Das Projekt reagiert auf den dringenden Bedarf, strukturelle Ursachen für den Mental Load und geschlechtsspezifischer Ungleichheit sichtbar zu machen und praktisch entgegenzuwirken. Laut einer Schätzung der Vereinten Nationen dauert es aus heutiger Sicht noch circa 300 Jahre bis die Gleichstellung zwischen Männern und Frauen weltweit erreicht ist. So lange können und wollen wir nicht warten. Hier sollen unsere Maßnahmen ansetzen, mit dem Ziel, Mädchen, Frauen und Paare in Tirol nachhaltig zu stärken. Strukturen, die zu Geschlechterungleichheit führen, sollen erklärt und sichtbar gemacht werden, aber vor allem sollen Auswege und Hilfsangebote aufgezeigt werden.
Laut Statistik Austria lag der Gender Pay Gap in Österreich im Jahr 2023 bei 18,3 % (Statistik Austria) und damit viel höher als im EU Durchschnitt (12%). Laut unterschiedlichen Berechnungen liegt der Gender Pay Gap in Tirol zwischen 20,5 % und sogar 40% (Momentum Institut), was dazu führt, dass gerade in Tirol die unbezahlte Sorgearbeit und damit auch der Mental Load, bei den Frauen liegen bleibt. Diese Zahlen basieren jedoch auf Vollzeitbeschäftigung. Tatsächlich arbeiten Frauen deutlich häufiger Teilzeit, da sie den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit und des Mental Load übernehmen.
Insbesondere nach der Geburt eines Kindes wird dieser Unterschied besonders deutlich: 72,8 % der Mütter mit Kindern unter 15 Jahren sind in Teilzeit tätig, bei Männern sind es nur 6,8 % (Quelle: Statistik Austria). Auch bei Karenzzeiten klaffen die Unterschiede weit auseinander: Nur 2 % der Väter nehmen 3 bis 6 Monate Karenz, meist in den Sommermonaten, und lediglich 1 % mehr als sechs Monate – eine „Halbe-Halbe“-Aufteilung bleibt also selten. Ein wesentlicher Grund hierfür sind gesellschaftliche Erwartungen, die Mütter in der Kinderbetreuung sehen und die Angst vor dem Stigma der „Rabenmutter“ fördern, die vor allem im Westen Österreichs noch sehr stark sind.
Diese Ungleichheiten wirken sich nicht nur auf das angesparte Vermögen bis zur Pension aus, sondern auch auf die Rentenhöhe. Frauen erhalten in Österreich laut Statistik Austria im Schnitt 41,6 % weniger Pension als Männer. In Tirol liegt dieser Gender Pension Gap mit 44,3 % sogar noch höher.
Vor diesem Hintergrund ist es essenziell, Mädchen, Frauen und Paare in Tirol umfassend für diese Themen zu sensibilisieren und ihnen praxisnahe Strategien in die Hand zu geben, um frühzeitig eine ausgewogene Rollenverteilung zu fördern und den Mental Load gerecht aufzuteilen.
Mit Hilfe der Ausstellung Feminism Loaded werden die Hintergründe vermittelt, etwa warum diese Unterschiede bestehen und wie sie sich historisch entwickelt haben.
Das Projekt vereint niederschwellige Workshops für Mädchen mit Beratungsangeboten für Frauen und Paare sowie einem begleitenden Podcast, Social Media Postings und Vorträgen. So werden sowohl Mädchen, Frauen als auch bestehende Partnerschaften adressiert.
Erste Schulworkshops haben bereits stattgefunden. Es gibt noch Restplätze für Schulen. Bitte melden Sie sich bei Interesse unter: felo@aep.at.
Die erste öffentliche Veranstaltung dieses Projekts finden Sie hier.
Gefördert wird dieses Projekt dankenswerterweise mit Mitteln des:
