2023 Nr. 4 | Sexuelle Bildung und queer-feministische Kämpfe

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,
DAS frauenpolitische Thema, mit dem wir uns – leider – immer wieder beschäftigen müssen, seit es den AEP und die aep informationen
gibt, ist aktuell wieder mal in den Medien und der Landespolitik aufgepoppt: die Forderung nach einem niederschwelligen
Zugang zum Schwangerschaftsabbruch in Tirol. Seit 50 Jahren gibt es nun den gesetzlichen Rahmen der Fristenlösung in
Österreich, und was hat sich damit für Frauen geändert? Heute wird Straffreiheit für die Frau und die Ärztin / den Arzt gewährt
(diese „hoheitliche“ Formulierung wurde extra gewählt, also von oben herab), die Beratung der ungewollt Schwangeren kann
offener angeboten werden, es gibt unter Umständen auch eine finanzielle Unterstützung für den Eingriff, wenn eine Glück hat,
kann sie auch offener in ihrem Familien- oder Bekanntenkreis über „diese Sache“ sprechen. Aber: Die Orte, wo Abbrüche in
Tirol durchgeführt werden, können an einer HALBEN Hand abgezählt werden. Wir haben in diesem Heft einen kleinen Schwerpunkt
dazu gestaltet.
Im Hauptschwerpunkt geht es um eine sehr benachbartes Thema: die Sexuelle Bildung. Was läge näher, als diese von der
öffentlichen Hand zu fördern und ausreichend Mittel dafür zur Verfügung zu stellen, um den Rahmen für eine selbstbestimmte
Empfängnis zu ermöglichen und so auch – wie es immer in konservativen Kreisen angestrebt wird, die ungewollten Schwangerschaften
zu verringern? Fehlanzeige. Die beiden Initiatorinnen des Projekts unzensiert! sprühen vor Ideen und Motivation,
haben aber nicht den finanziellen Polster, die Workshops ausreichend umzusetzen. Mit ihrem fachlich einschlägigen Hintergrund
und ihrem feministischen Engagement freuten sie sich über das Angebot, den Schwerpunkt in diesem aep-Heft zu gestalten.
In grundlegenden Texten und in Erfahrungsberichten werden unterschiedliche Blickwinkel auf das Feld der Sexuellen
Bildung für Erwachsene geworfen, „Es kann immer noch was dazugelernt werden“.
Im Abschnitt „Feminismus ist für jede:n“ finden sich zwei wichtige redaktionsinterne Anlässe/Punkte, auf die wir hier extra
hinweisen möchten: Monika Jarosch möchte einen weiteren Schritt des Rückzugs aus der aep Redaktion setzen. In einem
Gespräch blickt sie auf ihre vielen Jahre als feministische Medienfrau zurück. Und wie bereits im letzten Heft angemerkt:
Ehrenamtliche Redaktionsarbeit braucht ein großes Maß an Motivation und Energie, zwei treibende Kräfte, die nicht immer
gleich zur Verfügung stehen. Näheres dazu steht im Beitrag „Warum es 2024 nur zwei Ausgaben der aep informationen geben
wird“. Rückmeldungen dazu sind herzlich willkommen und ein Fragebogen soll zu diesem Austausch mit euch, liebe Leserinnen
und Leser, einladen.
Einen schönen Dezember wünscht die Redaktion der aep informationen:
Elisabeth Grabner-Niel, Monika Jarosch, Tamara Schatajew, Vanessa Lechner, Alina Rutsch, Andrea Rothe und Toni Ortner.

Titelbild und Illustrationen im Schwerpunkt: Gina Disobey

Inhalt

Inhaltsverzeichnis
Editorial
Kurzbio der Künstlerin Gina Disobey
Sexuelle Bildung und queer-feministische Kämpfe
Einleitung zum Schwerpunkt
Julia Tajariol, Lena Jahn
Über unsere Schreibweise, das Gendern und die Sprache Eva Winkler
Sexuelle Bildung, was ist das eigentlich & wozu braucht es das? Lena Jahn, Julia Tajariol
Wie kann sexuelle Bildung queer-feministische Kämpfe unterstützen? Julia Tajariol, Lena Jahn
Wie inklusiv ist unsere sexuelle Bildung? Lena Jahn, Julia Tajariol
Rassismuskritik im Schlafzimmer – „Das auch noch?“ Sarah Davies
Inklusion und sexuelle Bildung Ina
Von der Theorie zur Praxis Julia Tajariol, Lena Jahn
Exkurs: Die ewige Frage um richtige Entlohnung von Arbeit Lena Jahn, Julia Tajariol
safer spaces – Fachstelle für sexuelle Bildung und Gewaltprävention Eva Winkler
Literaturvorschläge
Glossar
Feminismus ist für jede und jeden
„Jede Frau hat die Pflicht sich einzubringen, wenn über die Angelegenheiten der Frauen verhandelt
wird.“
Abschieds-Gespräch mit Monika Jarosch geführt von Toni Ortner und Elisabeth Grabner-Niel
Wem gehört der Feminismus? Bericht zur Lesung von Gertraud Klemm im AEP. Elisabeth Grabner-Niel, Toni Ortner
BARBIEland als feministische matriarchale Utopie? Vanessa Lechner
Aktuelles zum Schwangerschaftsabbruch in Tirol
Warum es 2024 nur zwei Ausgaben der aep informationen geben wird
Elisabeth Grabner-Niel
Was meint die Leser:innenschaft? Fragebogen
Queeres Chaos Kollektiv
Hommage an den Besen AEP Schreibsalon

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Kurzmeldungen
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